GHV-Praxistag 2026: Zu Besuch bei Weinbau Koob und auf dem Hartenauer Hof
Wie funktioniert die Umstrukturierung eines Weinbaubetriebs? Welche Herausforderungen bringt die Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte mit sich, und wie sollte ein moderner Versicherungsschutz für landwirtschaftliche Familienbetriebe aussehen?
Diese Fragen konnten die Teilnehmenden beim Praxistag der GHV VERSICHERUNG beantworten. In diesem Jahr standen zwei Betriebe an der Hessischen Bergstraße im Fokus: der Familienbetrieb Weinbau Koob in Heppenheim und der Hartenauer Hof von Familie Schüttler in Bickenbach. Beide boten spannende Einblicke in Produktion, Vermarktung und betriebliche Risiken.
Praxisnah: Weinbau und Straußwirtschaft bei Weinbau Koob
Der Praxistag begann auf dem Hof von Weinbau Koob. Nach der Begrüßung durch Winzerin Christina Lulay erhielten die Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in den Betrieb. Auf rund sechs Hektar Rebfläche werden hochwertige Weine erzeugt, die durch konsequente Selbstvermarktung verkauft werden.
Während der Weinlese und der direkten Verarbeitung herrscht auf dem Hof Hochbetrieb. Viele Arbeitsschritte wie Ausbau, Abfüllung und Vermarktung erstrecken sich jedoch über das gesamte Jahr. Das Betriebsmodell wird zudem durch die ansässige Straußwirtschaft ergänzt, die an vielen weiteren Wochenenden als Veranstaltungsort für Hochzeiten und Familienfeiern dient. Außerdem präsentiert sich der Betrieb regelmäßig auf regionalen Weinfesten mit einem mobilen Verkaufswagen.
Risikobewertung und Fachvorträge: Versicherung individuell gedacht
Im Anschluss stand die Risikobewertung des Betriebes im Mittelpunkt. Der zweite Teil des Tages wurde ergänzt durch Fachvorträge zu den Themen Gebäude- und Rechtsschutzversicherung, die von den Kollegen der Ostangler-Versicherung gehalten wurden.
Den Abschluss des ersten Tages bildete eine Führung durch das Viniversum der Winzergenossenschaft Heppenheim sowie ein gemeinsames Essen mit einer Weinverkostung regionaler Weine von der Bergstraße.
Hartenauer Hof in Bickenbach: Direktvermarktung mit hoher Verantwortung
Am zweiten Tag führte der Praxistag zum Hartenauer Hof der Familie Schüttler in Bickenbach. Der Betrieb baut Spargel in unterschiedlichen Varianten sowie Erdbeeren an. Ergänzt wird das Sortiment durch Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren und im Herbst Kürbisse. Neben Mitarbeitenden aus dem Außendienst waren an diesem Tag auch Beschäftigte aus dem Innendienst vor Ort.
Während der Betriebsführung erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Verarbeitung des Spargels, nachdem er auf dem Feld gestochen wurde. Sie konnten beobachten, wie der Spargel gewaschen, sortiert und teilweise weiterverarbeitet wird. Außerdem gab es Einblicke in die logistischen Herausforderungen und Abläufe, die beim Beliefern der unterschiedlichen Verkaufsstände entstehen.
Saisonarbeit, Direktverkauf und Gastronomie als Risikofaktoren
Die intensiven Kulturen Spargel und Erdbeeren bringen besondere Herausforderungen mit sich. Ernte und Verkauf konzentrieren sich auf wenige Wochen im Jahr, in denen sämtliche Prozesse reibungslos ablaufen müssen. Hinzu kommen Verkaufsstände in einem Umkreis von rund 40 Kilometern, der Einsatz zahlreicher Saisonarbeitskräfte sowie die Verantwortung für Personal, Kunden und Betriebsabläufe.
Zusätzlich betreibt der Hof Direktvermarktung am Standort und bietet gastronomische Angebote mit Catering, Ausschank, Spielplatz und Sanitäranlagen an. Jede dieser Tätigkeiten bringt eigene Risiken und Anforderungen an den Versicherungsschutz mit sich. Nach einer Verkostung frischer Erdbeeren folgte eine gemeinsame Risikobewertung des Betriebes sowie eine intensive Fragerunde. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Mittagessen, selbstverständlich mit frischem Spargel vom Hof.
Zukunftssicherung durch gute Absicherung
Versicherungsschutz ist weit mehr als nur die Absicherung von Sachwerten. Er ist eine wichtige Form der Vorsorge, um landwirtschaftliche Betriebe, Familien und Mitarbeitende vor finanziellen und existenziellen Risiken zu schützen.
Der Praxistag hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll der direkte Austausch mit den Betrieben ist. Nur wer die täglichen Herausforderungen, Arbeitsabläufe und Besonderheiten vor Ort kennt, kann passgenaue Lösungen entwickeln und langfristige Sicherheit schaffen.
