E-Traktoren im Vormarsch: Technik, Einsatz und Versicherung
Nachdem sich die E-Mobilität im gewerblichen Bereich zunächst auf Kleintransporter, Stapler und Aufsitzrasenmäher beschränkte, nimmt nun auch der Schlepperbereich langsam Fahrt auf. Schon im Jahr 2017 wurde der Fendt e100 eingeführt, dann der e200 und der e300.
E-Mobilität erreicht den Schlepperbereich
Nun folgt die Konkurrenz mit John Deere. Die Firma präsentierte den E-Power auf der Grünen Woche in Berlin, der spätestens im Jahr 2028 weltweit verfügbar sein soll. Aufgrund der Leistung eignen sich die Modelle vorrangig für den Wein- und Gartenbau, tierhaltende Betriebe und Kommunen. Geringe Wartungskosten, keine Emissionen, die Nutzung der eigenen Stromproduktion und die staatliche Förderung für alternative Antriebe in der Landwirtschaft sind einige Vorteile im Vergleich zum Verbrenner.
Die Nennleistungen bewegen sich bis 142 PS. Schlepper oberhalb von 150 PS dürften vorerst noch Verbrenner bleiben, so eine Einschätzung auf der Grünen Woche. Ein batterieschonendes Wärmemanagement sorgt für eine optimale Betriebstemperatur der Batterie. Je nach Modell werden Betriebszeiten bis zu acht Stunden angegeben. Ob diese Herstellerangaben in der Praxis wie beim Elektroauto deutlich zu reduzieren sind, wird sich zeigen. Bei schweren Tätigkeiten fällt die Betriebsdauer zwangsläufig geringer aus. Die Ladesysteme entsprechen dem Pkw-Bereich.
Besonderheiten beim Versicherungsschutz
Versicherungstechnisch werden E-Traktoren grundsätzlich wie Verbrenner behandelt. Einschlägig sind die Kfz-Haftpflicht-, die Teilkasko- und die Vollkaskoversicherung. Die Einstufung erfolgt nach Leistung und gegebenenfalls nach Tarif- und Schadenfreiheitsklassen. Selbstbehalte sind möglich und sinnvoll. In der Kombination Vollkaskoversicherung plus Brems-, Betriebs- und Bruchschäden sind bei der GHV auch Schäden durch Über- oder Unterspannung insbesondere beim Aufladen des Akkus eingeschlossen. Ferner bieten die Hersteller Garantieverlängerungen an.
Autor: Volker Lauenstein
