Schadenfälle im Fokus: Ein Tritt, drei Schäden, viele Kosten: Warum Absicherung wichtig ist
Ein lauter Knall, eine plötzliche Bewegung, ein kurzer Schreckmoment: Im Umgang mit Pferden reichen manchmal Sekunden aus, um weitreichende Folgen auszulösen. Was zunächst wie ein kleiner Zwischenfall aussieht, kann schnell zu hohen Kosten führen. Genau deshalb spielt der passende Versicherungsschutz für Pferdehalter eine wichtige Rolle.
Was ist passiert?
Ein normaler Tag im Pensionsstall. Reiterinnen und Reiter, die ihre Pferde im Stall untergebracht haben, bereiten ihre Tiere für den Ausritt vor. Dann passiert es: Beim Vorbeiführen eines anderen Pferdes fällt ein Zinkeimer zu Boden. Durch das scheppernde Geräusch erschrickt ein Pferd in der Stallgasse, macht einen Satz zur Seite und schlägt mit dem Hinterbein aus. Dabei wird eine andere Einstellerin getroffen und verletzt, während das Pferd selbst gegen eine Stallabtrennung stößt und sich dabei am Hinterbein verletzt. Im Laufe des Tages beginnt das Pferd zu lahmen.
Innerhalb weniger Augenblicke ist aus einem gewöhnlichen Morgen ein Schaden mit mehreren Beteiligten und unterschiedlichen finanziellen Folgen entstanden.
Tierarztkosten können schnell steigen
Die Tierärztin untersucht das Pferd noch am selben Abend. Eine Röntgenuntersuchung zeigt eine Verletzung am Hinterbein. Neben der Untersuchung folgt eine längere Behandlung, Kosten für Medikamente und Nachkontrollen. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf mehrere Tausend Euro.
Für viele Pferdehalterinnen und -halter sind Tierarztkosten eine erheblich finanzielle Belastung, die sich im Vorfeld nicht kalkulieren lässt. Denn Verletzungen kündigen sich selten im Voraus an und beeinträchtigen das Pferd zum Teil mehrere Wochen lang.
Eine Tierkrankenversicherung kann im oben genannten Fall helfen, die finanzielle Belastung abzufangen. Je nach abgeschlossenem Versicherungsschutz können stationäre und ambulante Behandlungskosten sowie bildgebende Verfahren und weitere Leistungen abgesichert sein. Damit lässt sich vermeiden, dass eine unerwartet hohe Tierarztrechnung vollständig selbst getragen werden muss.
Wenn Dritte zu Schaden kommen
Auch die vom Pferd getroffene Einstellerin muss ärztlich behandelt werden und kann voraussichtlich für einige Zeit nicht arbeiten gehen.
Bei einem durch ein Pferd verursachten Personenschaden kann die Tierhalterhaftung nach § 833 BGB greifen. Vereinfacht bedeutet das: Der Halter eines Tieres kann grundsätzlich auch dann für einen Schaden haften, wenn er selbst keinen Fehler gemacht hat.
Denn ein Pferd kann sich jederzeit anders verhalten, als sein Halter erwartet. Verwirklicht sich diese typische Tiergefahr und wird dadurch ein Mensch verletzt, kann daraus eine Haftung des Tierhalters entstehen.
In unserem Schadenfall können neben den Behandlungskosten auch weitere berechtigte Schadenersatzansprüche entstehen.
Die Pferdehalterhaftpflichtversicherung kann, soweit dafür Versicherungsschutz besteht, in einem solchen Fall die berechtigten Schadensersatzansprüche übernehmen.
Für unseren Schadenfall könnten das z. B. die Kosten der medizinischen Behandlung oder ein gegebenenfalls berechtigter Anspruch auf Schmerzensgeld oder einen Verdienstausfall sein.
Hier prüft die Versicherung, ob und in welchem Umfang tatsächlich eine Haftung besteht.
Auch Sachschäden können entstehen
Durch den Ausweichversuch wurde während des Unfalls auch eine Stallabtrennung beschädigt. Und auch hier stellt sich die Frage, wer für den entstandenen Schaden haftet und welcher Versicherungsschutz greift. Ist der Pferdehalter für den durch sein Pferd verursachten Sachschaden verantwortlich, könnte hier auch die Pferdehalterhaftpflicht relevant sein.
Welche Versicherung im konkreten Fall leistet, hängt jedoch immer von den Umständen des Schadenereignisses und den jeweiligen Versicherungsbedingungen ab.
Ein Vorfall, mehrere finanzielle Folgen
Unser Schadenbeispiel zeigt, wie schnell ein Unfall zu einer finanziellen Belastung werden kann. Für uns als GHV-Versicherung bedeutet eine gute Absicherung, im Schadenfall nicht allein auf den Kosten sitzen bleiben. Denn einen Unfall kann niemand planen. Gleichzeitig kann man dafür sorgen, dass seine finanziellen Folgen nicht zur nächsten großen Überraschung werden.
Gut vorbereitet in den nächsten Ausritt
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